Wenn ein Mensch, den Sie lieben, psychisch erkrankt
Lichtblick erklärt Familien, Partnern und Freunden, was bei psychischen Erkrankungen passiert, wer helfen kann und wie Sie selbst dabei gesund bleiben. Unabhängig, verständlich und ohne Heilsversprechen.
Kurz beantwortet
Sprechen Sie Veränderungen ruhig an, ohne eine Diagnose zu stellen. Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis; lehnt Ihr Angehöriger Hilfe ab, berät der Sozialpsychiatrische Dienst auch Sie. Holen Sie sich früh eigene Unterstützung, etwa in einer Angehörigengruppe. Bei Lebensgefahr gilt immer der Notruf 112.
Wo stehen Sie gerade?
- 1
Erster Verdacht
Jemand hat sich verändert, zieht sich zurück, schläft kaum oder sagt seltsame Dinge. Sie wissen nicht, ob und wie Sie es ansprechen sollen.
- 2
Akute Krise
Ihr Angehöriger äußert Suizidgedanken, ist verwirrt oder gefährdet sich oder andere. Jetzt zählt schnelle, ruhige Hilfe.
Notruf 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111
- 3
Langzeitbegleitung
Die Diagnose ist bekannt, der Alltag kostet Kraft. Sie suchen Entlastung, Austausch und verlässliche Informationen.
Verstehen, Hilfe finden, vorsorgen
- Erste Schritte
Ansprechen, Hilfe anstoßen, Grenzen setzen und selbst gesund bleiben: Orientierung für die ersten Wochen.
- Krankheitsbilder
Die häufigsten psychischen Erkrankungen aus Sicht von Angehörigen: Anzeichen, Verlauf, Behandlung.
- Hilfe finden
Wer im Hilfesystem wofür zuständig ist: von der Hausarztpraxis über den Sozialpsychiatrischen Dienst bis zur Klinik.
- Psychotherapie
Welche Verfahren es gibt, wie der Weg zum Therapieplatz aussieht und wer die Kosten übernimmt.
- Selbsthilfe
Wie Gruppen für Betroffene und Angehörige arbeiten, was Psychoedukation bringt und wie Sie eine Gruppe finden.
- Recht und Vorsorge
Schweigepflicht, Vorsorgevollmacht, rechtliche Betreuung und Unterbringung: was Angehörige wissen sollten.
Krankheitsbilder, Geschichte und Vorurteile
Wer versteht, was eine Psychose oder Depression ausmacht, kann Verhalten besser einordnen und gelassener reagieren. Und wer weiß, wie psychisch kranke Menschen über Jahrhunderte behandelt wurden, von Aderlass und Sturzbad bis zu den Verbrechen der NS-Zeit, versteht, warum Stigma bis heute so hartnäckig ist.
- SchizophrenieWas bei einer Psychose passiert, wie die Erkrankung verläuft und wie Familien Betroffene stärken können.
- DepressionWoran Sie eine Depression erkennen, wie sie behandelt wird und was Partner, Eltern und Kinder beitragen können.
- Geschichte der PsychiatrieWie sich Bild und Behandlung psychischer Erkrankungen gewandelt haben: Irrwege, Verbrechen und Reformen.
- StigmaWoher Vorurteile kommen, wie Medien und Sprache wirken und was Familien dem entgegensetzen können.
- BuchempfehlungenRatgeber, Erfahrungsberichte, Kinderbücher und Klassiker, kurz eingeordnet von der Redaktion.
- RatgeberAlle Themen und Artikel von Lichtblick auf einen Blick, geordnet nach Bereichen.
Ein Ratgeber, keine Praxis
Lichtblick ist ein unabhängiges redaktionelles Angebot. Wir stellen keine Diagnosen, bieten keine Therapie und keine Termine an. Unter dieser Adresse erschien früher eine Online-Zeitung zu Psychiatrie und Selbsthilfe, später zeitweise eine Praxis-Website. Mit beiden haben wir nichts zu tun; wir führen die Adresse mit neu geschriebenen Inhalten zu den Themen weiter, die Angehörige bewegen.
Fragen und Antworten
- Mein Angehöriger hat sich stark verändert. Was soll ich zuerst tun?
- Sprechen Sie die Veränderungen ruhig und konkret an, ohne eine Diagnose zu stellen, und bieten Sie an, gemeinsam einen Termin in der Hausarztpraxis oder einer psychiatrischen Praxis zu vereinbaren. Lehnt Ihr Angehöriger jede Hilfe ab, berät der Sozialpsychiatrische Dienst beim Gesundheitsamt auch Angehörige, kostenfrei.
- Was mache ich, wenn jemand nicht mehr leben will?
- Nehmen Sie es ernst und fragen Sie offen nach Suizidgedanken; das bringt niemanden auf die Idee. Lassen Sie die Person nicht allein. Bei akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar, auch für Angehörige.
- Dürfen Ärzte mir Auskunft über meinen erwachsenen Angehörigen geben?
- Nur, wenn er sie von der Schweigepflicht entbunden hat oder Sie bevollmächtigt beziehungsweise als rechtliche Betreuerin bestellt sind. Zuhören dürfen Ärzte aber immer. Eine Schweigepflichtentbindung und eine Vorsorgevollmacht lassen sich in stabilen Zeiten vorbereiten.
- Ist Lichtblick eine Praxis oder Beratungsstelle?
- Nein. Lichtblick ist ein unabhängiger redaktioneller Ratgeber. Wir bieten keine Therapie, keine Termine und keine Einzelfallberatung an und stehen in keiner Verbindung zu früheren Angeboten unter dieser Adresse, weder zur Online-Zeitung der Jahre 2000 bis 2011 noch zu einer Praxis.