Ratgeber für Angehörige

Wenn ein Mensch, den Sie lieben, psychisch erkrankt

Lichtblick erklärt Familien, Partnern und Freunden, was bei psychischen Erkrankungen passiert, wer helfen kann und wie Sie selbst dabei gesund bleiben. Unabhängig, verständlich und ohne Heilsversprechen.

Kurz beantwortet

Sprechen Sie Veränderungen ruhig an, ohne eine Diagnose zu stellen. Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis; lehnt Ihr Angehöriger Hilfe ab, berät der Sozialpsychiatrische Dienst auch Sie. Holen Sie sich früh eigene Unterstützung, etwa in einer Angehörigengruppe. Bei Lebensgefahr gilt immer der Notruf 112.

Einstieg nach Situation

Wo stehen Sie gerade?

  1. 1

    Erster Verdacht

    Jemand hat sich verändert, zieht sich zurück, schläft kaum oder sagt seltsame Dinge. Sie wissen nicht, ob und wie Sie es ansprechen sollen.

  2. 2

    Akute Krise

    Ihr Angehöriger äußert Suizidgedanken, ist verwirrt oder gefährdet sich oder andere. Jetzt zählt schnelle, ruhige Hilfe.

    Notruf 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111

  3. 3

    Langzeitbegleitung

    Die Diagnose ist bekannt, der Alltag kostet Kraft. Sie suchen Entlastung, Austausch und verlässliche Informationen.

Zur Einordnung

Ein Ratgeber, keine Praxis

Lichtblick ist ein unabhängiges redaktionelles Angebot. Wir stellen keine Diagnosen, bieten keine Therapie und keine Termine an. Unter dieser Adresse erschien früher eine Online-Zeitung zu Psychiatrie und Selbsthilfe, später zeitweise eine Praxis-Website. Mit beiden haben wir nichts zu tun; wir führen die Adresse mit neu geschriebenen Inhalten zu den Themen weiter, die Angehörige bewegen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Mein Angehöriger hat sich stark verändert. Was soll ich zuerst tun?
Sprechen Sie die Veränderungen ruhig und konkret an, ohne eine Diagnose zu stellen, und bieten Sie an, gemeinsam einen Termin in der Hausarztpraxis oder einer psychiatrischen Praxis zu vereinbaren. Lehnt Ihr Angehöriger jede Hilfe ab, berät der Sozialpsychiatrische Dienst beim Gesundheitsamt auch Angehörige, kostenfrei.
Was mache ich, wenn jemand nicht mehr leben will?
Nehmen Sie es ernst und fragen Sie offen nach Suizidgedanken; das bringt niemanden auf die Idee. Lassen Sie die Person nicht allein. Bei akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar, auch für Angehörige.
Dürfen Ärzte mir Auskunft über meinen erwachsenen Angehörigen geben?
Nur, wenn er sie von der Schweigepflicht entbunden hat oder Sie bevollmächtigt beziehungsweise als rechtliche Betreuerin bestellt sind. Zuhören dürfen Ärzte aber immer. Eine Schweigepflichtentbindung und eine Vorsorgevollmacht lassen sich in stabilen Zeiten vorbereiten.
Ist Lichtblick eine Praxis oder Beratungsstelle?
Nein. Lichtblick ist ein unabhängiger redaktioneller Ratgeber. Wir bieten keine Therapie, keine Termine und keine Einzelfallberatung an und stehen in keiner Verbindung zu früheren Angeboten unter dieser Adresse, weder zur Online-Zeitung der Jahre 2000 bis 2011 noch zu einer Praxis.